Lupinenanbau im Greening

Zweifellos haben die EU-Vorgaben zum Greening dazu beigetragen, dass die Lupinen-Anbaufläche in Deutschland und Europa die letzten Jahre deutlich gewachsen ist. Denn obwohl Leguminosen im Allgemeinen und Lupinen im Speziellen für Fruchtfolge und Artenvielfalt von großer Bedeutung sind, waren sie bis zur Einführung der GAP-Leitlinien 2014 fast in Vergessenheit geraten. Als nicht unbedingt anspruchslose und ertragsinstabile Feldfrucht waren und sind sie nach wie vor wenig konkurrenzfähig. Erst mit den ökologischen Vorrangflächen wurde auch den Lupinen vor allem auf den leichteren Standorten wieder mehr Aufmerksamkeit gewidmet.

Umso bedauerlicher ist die aktuelle Entscheidung der EU, zukünftig den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen zu verbieten, was den konventionellen Anbau deutlich erschwert bzw. ihn ökonomisch noch weniger attraktiv werden lässt. Infolgedessen ist mit einem Rückgang des Leguminosenanbaus im Greening zu rechnen. Leguminosen, die in einzelnen Bundesländern im Rahmen der „Vielfältigen Fruchtfolge“ als Agrar-Umwelt-Maßnahme angebaut werden, sollten zunächst unverändert weiterlaufen, da hier der Verpflichtungszeitraum i.d.R. fünf Jahre beträgt. Sofern diese Flächen wie z.B. in Thüringen und Bayern nicht auch gleichzeitig für das Greening angerechnet werden, ist der Anbau nicht vom PSM-Verbot betroffen.

Allerdings verteilen sich die Anteile von Greeningflächen bei den einzelnen Kulturen sehr unterschiedlich. Sowohl die Statistik 2016 als auch aktuelle Umfragen innerhalb des LUPINEN-NETZWERKS machen deutlich, dass der Anteil gemeldeter Greeningflächen mit Lupinenanbau nicht so hoch ist, wie vielleicht angenommen wird. Der Greening-Anteil an der gesamten Lupinen-Anbaufläche macht im Durchschnitt etwa ein Drittel aus. Befragungen der teilnehmenden Betriebe im Netzwerk haben gezeigt, dass der deutlich überwiegende Anbau nicht vor dem Greening-Hintegrund erfolgt. Vielmehr ordnet sich der Lupinenanbau verschiedenen ackerbaulichen bzw. innerbetrieblichen Beweggründen unter.

Auch die nach wie vor bestehenden Forderungen an die Züchtung in Fragen der Ertragsstabilität bekommen zusätzliches Gewicht. Teilnehmende Betriebe werden im Falle einer Verlängerung des Projekts auch Möglichkeiten eines herbizidfreien Anbaus auf ökologischen Vorrangflächen demonstrieren.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Nachfrage infolge neuer bzw. der Entwicklung vorhandener Wertschöpfungsketten und der zunehmenden Attraktivität des Einsatzes regionaler und gentechnisch nicht veränderter Rohstoffe wird davon ausgegangen, dass die Lupinenanbaufläche insgesamt nicht rückläufig sein wird.

Die Brüsseler Entscheidung macht umso mehr eine Fortführung und Verstetigung der Arbeit des LUPINEN-NETZWERKs notwendig, um die Eiweißpflanzenstrategie des Bundes weiter voranzutreiben und konventionellen Landwirten Kenntnisse und Erfahrungen zu vermitteln, die auch derartigen politisch motivierten Herausforderungen gerecht werden. Auch die nach wie vor bestehenden Forderungen an die Züchtung in Fragen der Ertragsstabilität bekommen mit dieser Entscheidung zusätzliches Gewicht.