Bestandsoptimierter Mähdrusch

Zeigen mindestens 90 % der Hülsen und Früchte eine braune Verfärbung und beträgt die Kornfeuchte weniger als 18 %, wobei 13 bis 16 % optimal sind, ist die Druschreife erreicht. Die Körner fühlen sich druckfest an und die Keimlingspitze zeigt eine Gelbfärbung. Bei Kornfeuchten über 20 % erschweren die noch ledrigen Hülsen das Ausdreschen. Während Kornfeuchten von 22 bis 24 % zum Verschmieren des Dreschwerks und zu Kornquetschungen führen können, besteht bei zu trockener Ernte die Gefahr der Entstehung von Bruchkorn mit einhergehender Gefahr einer Verpilzung bei der Lagerung (Bild 1-3). Der Drusch sollte erfahrungsgemäß bei trockener Witterung jedoch nicht in den heißen Mittagsstunden erfolgen. Nach GRUBER und SCHACHLER haben sich auch Nachtstunden bewährt. Die optimalen Einstellungen am Mähdrescher haben nicht die maximale Flächenleistung sondern die Vermeidung von Kornverletzungen und Bruchkorn zum Ziel. Auch kaum sichtbare Verletzungen der Samenschale sind Ursache für einen Qualitätsverlust im Lager. Grundsätzlich sind deshalb eine weite Stellung des Dreschkorbes, niedrige Drehzahlen der Dreschtrommel (unter 600 U/min) und eine leistungsstarke Windeinstellung für eine schnelle Strohabtrennung (1/3 bis 1/4) bevorzugt werden, wobei der Einsatz der Haspel mit Vorsicht erfolgen sollte (sh auch KOLBE et al.; PETERS; SAATZUCHT STEINACH GMBH & CO. KG). Die Schnitthöhe ist abhängig von den untersten reifen Hülsen im Bestand. Mitunter noch grüne Stängelteile werden nicht mitgeerntet.

Genauere Hinweise zu Reifeverlauf, Erntetermin, Mähdreschereinstellung und Verlustkontrolle können Sie dem uns freundlicherweise von Frau Dr. Andrea Feiffer zur Verfügung gestellten Auszug ihres Buches „Öl- und Proteinpflanzen besser dreschen“ entnehmen.

Probleme verursacht auch ein hoher Unkrautbesatz im Bestand, was neben der Verunreinigung zu einer Rückbefeuchtung des Erntegutes während des Dreschens oder der Lagerung führen kann. Abhilfe schafft hier der Einsatz eines Spezialsiebes (Claas-Kornmulde) in die Querförderschnecke des Mähdreschers. Alternativ ist eine Nachreinigung und technische Trocknung erforderlich (Bild 1-3).

Bild 1-3: Bruchkorn, hoher Unkrautbesatz im Bestand, Gefahr der Rückbefeuchtung durch Unkrautbesatz (v.l.n.r.)

2016_10_Bild9 2016_10_Bild10 2016_10_Bild11

Bild 4-6: Claas-Kornmulde, ohne und mit Einsatz des Spezialsiebes (v.l.n.r.)

2016_10_Bild12 2016_10_Bild13 2016_10_Bild14

Fotos: Saatzucht Steinach GmbH & Co. KG (Bilder 1, 4-6); Dr. A. Gefrom (Bild 2, 3)