Nach der Ernte

Nach der Ernte erfolgen zumeist Trocknung und Lagerung. Eine Lagerung erfolgt wie im Fall von Getreide und Körnermais bei Restfeuchten von weniger als 14 %, um einer Verpilzung vorzubeugen. Allerdings verderben Leguminosen aufgrund des hohen Eiweißgehaltes schneller als Getreide. Auch ist zu beachten, dass beschädigtes Korn wesentlich stärker zu Pilzbefall neigt. Sowohl sekundäre Wasseraufnahme als auch eine hohe Umgebungstemperatur sind bei der Lagerung zu vermeiden.

Bild 1: Verderb des Erntegutes bei zu hoher Restfeuchte (Foto: Dr. A. Gefrom)

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Bei Partien mit einer Kornfeuchte über 24 % ist eine schnelle Trocknung innerhalb von 24 Stunden erforderlich. Bei Kornfeuchten bis 20 % kann das Erntegut zunächst über mehrere Tage belüftet werden. Dies ist insbesondere dann notwendig, wenn aufgrund eines hohen Unkrautbesatzes ein Anstieg der Temperaturen im Lager zu befürchten ist.

Eine qualitätssichernde und verlustarme Lagerung wird mit einer möglichst zügigen und schonenden Trocknung bei maximal 35°C erreicht. Leguminosen besitzen mit 4 % Feuchtigkeitsentzug je Trocknung ein ungünstiges Wasserabgabevermögen. Aus diesem Grund sollte, falls erforderlch, nach zwei bis drei Tagen ein weiterer Trocknungsgang stattfinden. So kann die Feuchtigkeit in der Zwischenzeit vom Korninneren in die Randzonen gelangen. Anschließend ist eine Rückkühlung auf 20 °C notwendig. Beim Umschlag von trockener Ware sind Fallhöhen über 50 cm zu vermeiden. Dies ist besonders bei der Saatgutproduktion von besonderer Bedeutung.

Gestiegene Energiepreise machen die technische Trocknung sehr kostenintensiv. Dieser Trend wird anhalten, so dass alternative verfahren gefragt sind. Vor diesem Hintergrund werden wir im nächsten Newsletter über verschiedene physikalische/thermische Behandlungsmöglichkeiten und der chemischen bzw. milchsauren Feuchtkornsilierung berichten.