Trocknung des Erntegutes

Neben der Gewährleistung der Lagerfähigkeit durch Wasserentzug gilt es, die Eiweißqualität des Erntegutes zu erhalten.

Besonders 2017 war die korrekte Abschätzung des Reifegrades der Lupinenbestände schwierig. Oft wurde spontan geerntet, um die wenigen Regenpausen zu nutzen. Bei uneinheitlicher Abreife oder feuchter Spätsommerwitterung, wie sie in den letzten Jahren häufig vorkam, ist grundsätzlich von einem hohen Restfeuchtegehalt auszugehen, der eine technische Nachtrocknung erforderlich macht. Eine schnelle Trocknung bis spätestens 24 Stunden nach der Ernte ist bei Partien mit mehr als 24 % Feuchte erforderlich. Dies kann abhängig von der Trocknungskapazität zu Engpässen in der Erntekette führen. Liegt die Feuchte unterhalb von 20 %, kann das Erntegut zunächst mehrere Tage kalt belüftet werden. Ein Belüften des Erntegutes ist besonders dann notwendig, wenn aufgrund des Unkrautbesatzes ein Anstieg der Temperatur im Lager zu befürchten ist (Kolbe et al. 2002).

Weiterhin sind während der Lagerung die sekundäre Wasseraufnahme (Kondenswasser) und hohe Umgebungstemperaturen zu vermeiden. Die Lagerung erfolgt wie bei Getreide und Körnermais bei Restfeuchten unter 14 %. Andernfalls droht ein massiver Befall mit Hefe- oder Schimmelpilzen. (Abb. 1). Körnerleguminosen können insbesondere in Partien mit Bruchkorn und aufgrund der hohen Eiweißgehalte schneller verderben als beispielsweise Getreide.

Abbildung 1: Pilzbefall bei zu hoher Restfeuchte

Um eine qualitätssichernde und verlustarme Lagerung zu gewährleisten, ist möglichst eine zügige und schonende Trocknung bei maximal 35 °C sicherzustellen, um eine sog. Maillard-Reaktion durch zu hohe Hitzeeinwirkung zu vermeiden (Peters 2014). Leguminosen weisen mit max. 4 % Feuchtigkeitsentzug pro Trocknung ein ungünstiges Wasserabgabevermögen auf. Aus diesem Grund sollte, falls erforderlich, nach 2–3 Tagen ein weiterer Trocknungsgang erfolgen. Feuchtigkeit kann so in der Zwischenzeit vom Korninnern in die Randzonen gelangen. Nach der Trocknung ist eine Rückkühlung auf 20 °C erforderlich. Ein hoher Unkrautbesatz ohne vorhergehende Reinigung der Lupine kann zu einer Wiederanfeuchtung des Erntegutes und zur Gefahr des Verderbs führen.

Bei der Einlagerung sollte bei trockener Ware die Fallhöhe auf 50 cm begrenzt werden, um Bruchkorn zu vermeiden. Insbesondere in der Saatgutproduktion müssen mechanische Verletzungen vermieden werden (Kolbe et al. 2002).

Ein hoher Unkrautbesatz ohne entsprechende Reinigung der Lupine kann zu einer Wiederanfeuchtung des Erntegutes und zur Gefahr des Verderbs führen.

Bei der Einlagerung sollte bei trockener Ware die Fallhöhe auf 50 cm begrenzt werden, um Bruchkorn zu vermeiden. Insbesondere in der Saatgutproduktion müssen mechanische Verletzungen vermieden werden (Kolbe et al. 2002).

Trocknungsverfahren:

  • hydrothermische Verfahren (Autoklav, Hydroreaktor, Dampf-Kochverfahren),
  • thermische Verfahren (Toasten, Heißluftbehandlung, IR-Behandlung, Rösten)
  • druckthermische Verfahren (Extrudieren, Expandieren
  • Mikronisierung

Mögliche Probleme:

Bei der Lagerung im Hochsilo (geschrotet und unbehandelt) kann eine feste Masse entstehen, die nicht nachrutscht.