Ernte zur Milchreife

Neben der Trocknung stehen den Futterbau- und Veredelungsbetrieben bei innerbetrieblicher Verwertung des Erntegutes auch folgende Verfahren zur Verfügung:

  • Ganzpflanzensilierung,
  • milchsaure Feuchtkornsilierung,
  • chemische Konservierung.

Die Lupinenernte ist abhängig von der witterungsbedingten Abreife und muss mit der Erntelogistik des Getreides abgestimmt werden. Aufbereitungstechnologien wie die z.B. die Feuchtkornsilierung bieten pflanzenbauliche und technologische Vorteile bei der Ernte vor der Vollreife:

  • die Unabhängigkeit des Erntezeitpunktes erleichtert eine optimalere Planung des Maschineneinsatzes,
  • eine frühe Feldräumung und effektive Ackerflächennutzung reduzieren das Problem der Spätverunkrautung,
  • verminderte Verpilzung durch Mykotoxine.

Qualitätsverluste durch die Ernte mit Restfeuchtegehalten bis 35% sind dabei nicht erkennbar. Pflanzenphysiologisch erfolgt die Einlagerung von Stärke und Protein bereits vor Erreichen der Gelb- bzw. Teigreife (Thaysen 2009, 2014).

Chemische Konservierung

Die Säure-Konservierung erfolgt bei Restfeuchtgehalten zwischen 20 und 25 % in der Regel mit propionsäurehaltigen Mitteln und z. T. in Mischung mit anderen Säuren (Natronlauge, deren Salze) oder Harnstoff. Es ist allerdings ein hoher Aufwand an Konservierungszusätzen notwendig, wobei die Aufwandsmenge von der Kornfeuchte und Lagerdauer abhängt. Es ist eine gleichmäßige Benetzung der ganzen oder gequetschten Körner bzw. des Körnerschroten notwendig.

Weiterhin sind zu beachten:

  • permanente Temperaturüberwachung! (evl. Nachkonservierung),
  • ohne Luftabschluss! Folienabdeckung des ausgekühlten Stapels erhöht Lagerstabilität,
  • Sicherheitsvorgaben (HACCP-Konzept),
  • entsprechende Dosiertechnik,
  • eingeschränkte Lagerdauer von maximal 6 Monaten,
  • ausschließliche Verwendbarkeit in der Wiederkäuerfütterung,
  • keine Öko-Zulassung,
  • hohe Einsatzmenge der Konservierungssäuren haben Einfluss auf den Geschmack bei Rindern,
  • Angaben bei Konservierungsmittel fehlen für Körnerleguminosen.

Milchsaure Feuchtkornsilierung/Schlauchsilage

Bei Feuchtegehalten über 25 % besteht die Möglichkeit der milchsauren Silierung. Dies ermöglicht:

  • die Unabhängigkeit des Erntezeitpunktes vom Trockensubstanzgehalt,
  • eine frühe Feldräumung und effektive Nutzung der Ackerfläche
  • eine Reduzierung der Druschverluste,
  • den Verzicht auf eine kostenintensive technische Trocknung,
  • die Produktion eines qualitativ hochwertigen Futtermittels für die ökologische Tierhaltung.

Eine Mähdruschernte ist bei 65 % Trockensubstanz möglich. Qualitätsverluste sind bei der Ernte mit Teigreife nicht zu erwarten, da die Einlagerung der Inhaltsstoffe bereits abgeschlossen ist. Die Silierung ist trotz ungünstiger Siliereigenschaften möglich. Die Zugabe von Milchsäurebakterien wird empfohlen, da so eine zügigere Ansäuerung sichergestellt wird. Neben positiven ernährungsphysiologischen Effekten und der Erhöhung des Futterwertes im Zusammenhang mit dem Abbau antinutritiver Substanzen wird eine Verbesserung der Verzehreigenschaft und aminosäurenverdaulichkeit von Lysin und Methionin vermutet (Hackl et al., 2010).

Fütterungsversuche an Absetzferkeln zeigten beim Einsatz von Lupinenkornsilage Vorteile gegenüber lagertrockenen Lupinen (Frank et al. 2009). Rationsanteile von 10 % bei Broilern bzw. 12 % bei Ferkeln sind ohne Leistungseinbußen möglich. Bei der Rationsplanung ist natürlich auch hier auf die Eiweißqualität zu achten (präzäkale Verdaulichkeit der Aminosäuren; Schmiechen et al. 2011). Nährstoffverdaulichkeit und Energiegehalt waren in Lupinenkornsilage bei FRANK (et al. 2009) höher als im Ausgangsmaterial. Die hohe Lagerungsdichte macht den Einsatz einer Fräse zur Entnahmer erforderlich.

Empfehlungen für die Folienschlauchsilierung in der Praxis:

  • die Folienschlauchtechnik stellt ein bekanntes und kostengünstiges Konservierungsverfahren mit flexibler Einsatzmöglichkeit dar,
  • die Körner werden in einem Arbeitsgang gequetscht, verdichtet und luftdicht eingeschlossen,
  • auch geringe Erntemengen können verarbeitet werden.