Die Lupine

CV_Probor_009-1Lupinensamen galten schon im zweiten Jahrtausend vor der Jahrhundert-
wende bei den alten Ägyptern und Griechen, aber auch bei den Urvölkern Südamerikas, als Grundnahrungsmittel. Bereits im 1. Jahrhundert erkannte Lucius Iunius Moderatus Columella: „Ich meinerseits glaube auch, wenn es dem Bauern an allem anderen fehlt, gibt es immer noch die stets anwendbare Hilfe der Lupine.“[1]

Die Lupine ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). In Mitteleuropa trifft man am häufigsten die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) an. Lupinen gibt es als Gemüsepflanze, Futterpflanze sowie als Zierpflanze und Wildpflanze.

Die eiweißreiche Pflanze ist inzwischen die heimische Alternative zu Soja, nachdem es den Pflanzenzüchtern gelungen ist, die bitteren Inhaltsstoffe (Alkaloide) bis auf ein Minimum zu reduzieren. Von den inzwischen auch als Süßlupine bezeichneten Sorten wachsen bei uns Weiße, Gelbe und Blaue Lupine. Die Blaue Lupine wird auch als Schmalblättrige Lupine (Lupinus angustifolius) bezeichnet. Nach der Blüte hängen an den Stängeln drei bis sieben Zentimeter lange Hülsen, die nierenförmige Samen beherbergen. Dabei gibt es endständige und verzweigte Sorten.

Interessant macht die Pflanzen einerseits ihre vielseitige Verwendbarkeit für die Ernährung von Mensch und Tier und andererseits eine Reihe von positiven pflanzenbaulichen Eigenschaften:

  • geeignet für leichte (sandige) Böden mit niedrigen pH-Werten bzw. geringem Gehalt an Calcium,
  • sammeln Stickstoff, so dass auch für die Nachfrucht Stickstoffdünger eingespart werden kann,
  • mobilisieren festgelegtes Phosphat im Boden, welches ebenfalls den Nachfrüchten zugute kommt,
  • Verbesserung der Bodenstruktur durch tiefreichende Pfahlwurzeln,
  • der hohe Proteingehalt im Korn macht den Lupinensamen zu einer vielseitig einsetzbaren und wertvollen Nahrungsquelle.

Der Anbau von Lupinen konzentriert sich hierzulande vor allem auf die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Daher ist die Pflanze als Ackerfrucht in vielen Regionen nur wenig bekannt.

Einen guten Überblick zu den Eigenschaften der Leguminosenwurzel, der symbiotischen Stickstoffbindung in den Wurzelknöllchen und den ökologischen & ökonomischen Leistungen der Leguminosen bietet das Info-Material „Die Leguminosenwurzel“ der UFOP.

[1] Lucius Iunius Moderatus Columella: Zwölf Bücher über Landwirtschaft