Lupinen in der Aquakultur

ein Beitrag von MSc Christina Hörterer; Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

 

1. Ergebnisse aus Versuchen

In dem Projekt zur Optimierung von Lupinenmehl für die Aquakultur konnten die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven in Zusammenarbeit mit dem ttz Bremerhaven nachweisen, dass Futter für den Europäischen Wolfsbarsch bis zu 50 Prozent aus Lupinenmehl bestehen kann, ohne das Wachstum und die Futterverwertung zu beeinflussen.

Abbildung 1: Zusammensetzung der getesten Futtermittel (Balken) und Spezifische Wachstumsrate (% pro Tag, Punkte)

Die Ergebnisse der Fütterungsversuche zeigen, dass Lupinenmehl eine nachhaltige und kostengünstigere Alternative zu Fischmehl, mit großem Potenzial für die Verwendung in der Aquakultur, ist.

Ob auch relevante Akteure der deutschen Futterfuttermittelindustrie dieses Potenzial erkennen und nutzen möchten, wurde im Rahmen einer sozio-ökonomischen Analyse untersucht. Dazu wurden relevante Akteure aus der Wissenschaft/Forschung, Verbänden, Futtermittelherstellung, Behörden, NGOs und anderen Gruppen befragt.

Dabei zeigte sich, dass über 63% der Befragten eine Ergänzung der aktuellen Eiweißquellen in Futtermitteln durch regional erzeuge Lupinen für sinnvoll halten, es dennoch Nachteile beim Einsatz von Lupinen als Rohstoff gibt.  Diese Nachteile könnten durch die Nachhaltigkeit bei der Produktion und dem Rohstoff selbst aufgewogen werden, welche dem Großteil (80%) der Befragten als sehr wichtig bis wichtig erscheint.

Bei der Frage, wie sich tatsächlich in der Praxis Lupinenerzeugnisse in Futtermitteln verwenden lassen und auch betrieblich umgesetzt werden könnten, wurden tendenziell positive Einschätzungen geäußert und mögliche Handlungsketten aufgezeigt. Allerdings wurden von den Befragten auch ganz deutlich Ausschlusskriterien wie ein zu geringes beständiges Angebot am Markt sowie die schwankenden Erträge und Qualität der in Deutschland angebauten Lupinen identifiziert. Dies hat zur Folge dass sich viele Futtermittelhersteller lieber an etablierten Bezugsstrukturen von Soja orientieren.

Weitere Informationen zu dem Projekt und den Ergebnissen finden Sie auf der AWI-Seite (https://www.awi.de/forschung/besondere-gruppen/aquakultur/aquakulturforschung/projekte/ola.html) sowie in „Mühle + Mischfutter“ (2/2017) und im „FischMagazin“ (12/2016).

Hinweisen möchten wir auch auf das neu gestartete Projekt TRUE „Wege zum Wandel für nachhaltige, auf Leguminosen basierte Systeme in Europa“ (Link).

Weitere Ergebnisse der sozio-ökonomischen Analyse werden auch im Rahmen des 7. Eiweiß-Workshops am 23. Juni 2017 in Bernburg präsentiert.